24. August 2014

Stranwyne Castle – Das trügerische Flüstern des Windes von Sharon Cameron



Klapptext: 
Intrigen, Ränkespiele, Gerüchte … bei den Tulmans geht man nicht zimperlich miteinander um. Schon gar nicht mit einer vorlauten jungen Frau, von der man kaum noch hoffen kann, sie zumindest gewinnbringend zu verheiraten. Also wird Katherine vor die Wahl gestellt: Armenhaus oder sie erbringt den Beweis, dass ihr reicher Onkel, Frederick Tulman, verrückt geworden ist und das Familienvermögen zum Fenster hinauswirft. Was sie vorfindet, ist jedoch kein seniler alter Mann, sondern ein Exzentriker, der wahre Wunder vollbringt und eine surreale Welt geschaffen hat, die Katherine immer mehr in ihren Bann zieht. Wie die sturmgrauen Augen seines Assistenten Lane. Doch das Schicksal ist so trügerisch wie das Flüstern des „Stranwyne“, und plötzlich ist es Katherine, die um ihr Leben fürchten muss …
Quelle. Egmont Ink

Meine Meinung:
Kathrine Tulman wird von ihrer Tante Alice zum Anwesen ihres Onkels Frederick Tulman geschickt. Dort soll sie die Unzurechnungsfähigkeit ihres Onkels bestätigen und ihn entmündigen lassen. Ihre Tante macht sich nämlich sorgen um das Anwesen Stranwyne Castle, dass ihr Sohn Robert erben soll. Als Kathrine dort ankommt ist sie über die dortige Situation überrascht. Denn auf dem Anwesen befindet sich eine ganze Stadt mit eigenen Fabriken und eigener Infrastruktur. Ihr Onkel ist sehr exzentrisch und schafft unglaubliche Dinge aus Zahnräder und Metall. Kathrine gerät in einen Geflissenskonflikt, denn sollte sie ihren Onkel entmündigen, würden alle Menschen hier ihr Zuhause verlieren. Aber das sie finanziell abhängig von ihrer Tante ist, fällt es ihr schwer eine Entscheidung zu treffen.

Ich muss sagen, das Buch hat mich sehr überrascht, ich habe irgendwie etwas anderes erwartet. Die Handlung ist sehr komplex, manchmal sogar etwas zu verworren. Das ganze ist ein Genremix aus Steampunk, Mistery mit einem Hauch historischem Liro. Die Welt, die auf Stranwyne Castle erschaffen wurde, ist unglaublich und das ganze sehr faszinierend. Die Stimmung ist an manchen Stellen doch recht gruselig.
Die Charaktere sind sehr verschieden und teilweise recht schräg. Kathrines Onkel Frederick ist für mich am schwierigsten einzuschätzen. Ich würde jetzt einfach mal sagen, er hat autistische Veranlagungen. Technisch und mathematisch ist er ein Genie, leider aber völlig unfähig, normale soziale Kontakte zu pflegen. Bei ihm muss alles seine Struktur haben und wehe etwas läuft anders, dann bricht seine ganze Welt zusammen.
Kathrine und ihre Gewissensbisse werden sehr gut dargestellt. Schnell merkt man, dass ihr ihr Onkel und all die anderen Menschen als Herz wachsen und es ihr immer schwerer fällt, den Auftrag ihrer Tante zu erfüllen. Die Liebesgeschichte zwischen ihr und Lane nimmt eher einen keinen Raum in der Handlung ein, hat mir aber sehr gut gefallen. Lane ist anfangs sehr abweisend zu Kathrine, die Beziehung entwickelt sich erst nach und nach.
Das Ende war doch recht überrascht. Viele Handlungsstränge werden zwar zu Ende geführt, aber einige Fragen bleiben leider auch offen. Den 2. Teil hat die Autorin schon geschrieben, es gibt aber noch keinen Termin für die deutsche Veröffentlichung. Von mir bekommt dieses ungewöhnliche Buch 9 von 10 Punkten. 

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