12. März 2012

Stadt aus Trug und Schatten von Mechthild Gläser



Inhalt: 
Flora fällt aus allen Wolken, als sie erfährt, dass ihre Seele seit jeher ein nächtliches Doppelleben in der geheimnisvollen Stadt Eisenheim führt. Von nun an wird sie nie wieder schlafen, ohne dass ihr Bewusstsein in die farblose Welt der Schatten wandert. Als wäre das nicht unerfreulich genug, hat ihre Seele offenbar den Weißen Löwen gestohlen, einen mächtigen alchemistischen Stein, nach dem sich nicht nur die Herrscher der Schattenwelt verzehren. Bald ist Flora selbst in der realen Welt vor den Gefahren Eisenheims nicht mehr sicher und eines ist klar: Sie kann niemandem trauen, nicht einmal Marian, der plötzlich in beiden Welten auftaucht und dessen Küsse vertrauter schmecken, als ihr lieb ist.

Meine Meinung:
Eigentlich führt Flora ein recht normales Leben, sie lebt mit ihrem etwas schrulligen Vater und seiner Haushälterin zusammen, geht zur Schule und verbringt ihre Freizeit mit ihren besten Freundin Wiebke. Eines Tages taucht bei ihr zuhause der finnische Austauschschüler Marian auf, was doch recht seltsam ist, denn eigentlich darf niemand Flora besuchen. Dann fühlt sich Flory ständig von irgendwelchen Schatten verfolgt und eines Nachts träumt sie von der Stadt Eisenheim und muss feststellen, dass das gar kein richtiger Traum ist. Jede Nacht wandert ihre Seele und die aller anderen Menschen wenn sie schlafen nach Eisenheim, nur können sich die meisten nicht an diesen "Ausflug" erinnern, nur die Wanderer, zu denen Flora jetzt gehört, behalten ihre Erinnerungen an Eisenheim. Allem Anschein nach hat sie ein sehr mächtiges Artefakt in Eisenheim gestohlen, den Weißen Löwen, kann sich aber nicht daran erinnern wo sie in versteckt hat. Zu allem Überfluß scheint sie Marian aus ihrem Leben aus Eisenheim zu kennen, was Flora noch mehr verwirrt. Sie fragt sich ständig, wem sie vertrauen kann.

Das Buch ist mir erst einmal wegen seiner Inhaltsangabe aufgefallen, der Plot klang wirklich interessant.  Die Idee, dass unsere Seelen nachts nach Eisenheim wandern und dort ihr eigenes Leben führen, fand ich doch sehr interessant und sehr gut umgesetzt. Die Atmosphäre ist düster, denn Eisenheim ist ein recht finsterer Ort. Es gibt keine Farben, alles ist schwarz-weiß, das ganze Ambiente hatte für mich einen Steampunk-Einfluss. Die Suche nach dem Weißen Löwen findet eigentlich erst im letzten Drittel des Buches statt, vorher lernt Flory erst einmal Eisenheim und dessen Sitten und Gebräuche kennen. Man wird immer wieder überrascht von den Wendungen. Flora weiß nicht, wem sie vertrauen kann, nicht einmal bei Marian ist sie sich sicher. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden hat mir gut gefallen und fängt recht ungewöhnlich an.

Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, lässt aber durchaus Raum für eine Fortsetzung. Habe mich gut unterhalten gefühlt und vergebe 9 von 10 Punkten. 

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